Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg hat in einem Grundsatzurteil das Recht von Transsexuellen auf eine Geschlechtsangleichung („Geschlechtsumwandlung“) gestärkt. Ein türkischer Transmann hatte geklagt, weil ihm die Gesundheitsbehörden in der Türkei über Jahre eine Geschlechtsanpassung verweigert hatten. Die türkischen Gerichte hatten argumentiert, dass eine eindeutige Ausprägung weiblicher Geschlechtsorgane bei ihm vorliege. Das türkische Recht sieht als Voraussetzung für eine geschlechtsangleichende Operation Frau-zu-Mann vor, dass die Person nicht schwanger werden kann. Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof übte Kritik an dieser Bedingung und verwies auf Appelle des Europarats an alle EU-Mitgliedstaaten, zu restriktive Regeln für Geschlechtsangleichungen abzuschaffen. Eine Unfruchtbarkeit dürfe keine Bedingung für eine geschlechtsangleichende Operation sein.

Hier geht’s zu den Urteilen des European Court of Human Rights:
http://hudoc.echr.coe.int/sites/eng-press/Pages/search.aspx#{%22sort%22:[%22kpdate%20Descending%22]}

 

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