Deutsche und internationale Fachgesellschaften haben Standards zur Feststellung, Begutachtung und Behandlung Transsexueller erarbeitet, in denen unter anderem die Dauer und Durchführung von Alltagstest, gegengeschlechtlicher Hormonbehandlung und geschlechtsangleichender Operation geregelt ist.

Die Originalversion der International Standards of Care (SoC) stammt aus dem Jahr 1979 und wurde durch zahlreiche Folgeversionen erweitert.

In Deutschland verlangen die Krankenkassen, um ihre Leistungspflicht anzuerkennen und somit die Kosten für die geschlechtsangleichende Behandlung zu übernehmen, dass ihre Versicherten bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Diese Voraussetzungen beziehen sich auf die nationalen Behandlungsstandards (Standards der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung, der Akademie für Sexualmedizin und der Gesellschaft für Sexualwissenschaft).

Die Begutachtungsanleitung Geschlechtsangleichende Maßnahmen bei Transsexualität des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS) gilt seit 2009 als standardisierte Richtlinie und soll dazu beitragen, eine bundesweit einheitliche und koordinierte Vorgehensweise bei der Begutachtung von Transsexualität zu gewährleisten. Die Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) orientieren sich an dieser Richtlinie und beurteilen demnach, ob eine Leistungspflicht besteht oder nicht.

Diesen Richtlinien zufolge ist eine zuverlässige Beurteilung, ob eine Transsexualität bzw. Transidentität vorliegt, nur im Rahmen einer längerfristigen diagnostisch-therapeutischen Begleitung möglich. Die Richtlinien sehen allerdings eine gewisse Flexibilität in der Begutachtung vor.

In Bezug auf die medizinische Behandlung von Transsexualität bzw. Transidentität, sprich gegengeschlechtliche Hormonbehandlung und geschlechtsangleichende Operationen, existiert bislang keine Leitlinie. Die Entwicklung einer S3-Leitlinie zum Thema „Geschlechtsdysphorie: Diagnostik, Beratung und Behandlung“ der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung (DGfS) unter der Leitung von Dr. Timo O. Nieder und Prof. Dr. Bernhard Strauß, nach den Kriterien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF), soll bis Ende 2015 abgeschlossen sein.

 

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