Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, kann als nächster Schritt der Geschlechtsangleichung eine bzw. mehrere sogenannte geschlechtsangleichende Operationen (kurz GAOP) bei Transsexualität bzw. Transidentität durchgeführt werden.

Diese Operationen verändern das Körperbild – im Gegensatz zur Hormonbehandlung – unmittelbar und deutlich. Sie sind in der Regel nicht oder nur schwer oder bedingt rückgängig zu machen. Andere Begriffe für die GAOP sind geschlechtsanpassende Operation, gegengeschlechtliche Operation, Transformationsoperation sowie „operative Geschlechtsumwandlung“, wobei der Begriff Geschlechtsumwandlung veraltet ist, weil das Geschlecht nicht „umgewandelt“, sondern die Geschlechtsorgane an die Geschlechtsidentität angeglichen oder angepasst werden.

Heutzutage zählen geschlechtsangleichende Operationen immer noch zu den seltenen Eingriffen, jedoch werden sie an immer mehr Kliniken in Deutschland angeboten, und immer mehr Transsexuelle bzw. Transidente entscheiden sich für diesen Schritt. An einer geschlechtsangleichenden Operation sind mehrere Ärzte verschiedener Fachrichtungen beteiligt, zum Beispiel Gynäkologen, Urologen und Plastische Chirurgen sowie Anästhesisten (Narkoseärzte). Es gibt – vor allem bei der geschlechtsangleichenden Operationen Frau-zu-Mann – verschiedene Operationstechniken, die sich hinsichtlich ihrer Ergebnisse sowohl in funktioneller als auch in ästhetischer Sicht unterscheiden. Umso wichtiger ist es, sich im Vorfeld der operativen Geschlechtsangleichung umfassend über die Operateure, ihre Methoden und ihre Ergebnisse zu informieren. Es empfiehlt sich, Ärzte und Kliniken zu suchen, die möglichst viel Erfahrung mit gegengeschlechtlichen Operationen haben.

Darüber hinaus ist es ratsam, sich frühzeitig um einen Termin für ein Vorgespräch in der bzw. den infrage kommenden Kliniken zu vereinbaren, um sich ausreichend Zeit für die Entscheidung für oder wider den Arzt, die Klinik oder generell den Eingriff zu nehmen. Außerdem haben viele Kliniken lange Wartezeiten, sowohl für die Vorgespräche als auch für die Operation selbst. Für den Penoidaufbau sind in stark frequentierten Kliniken für Transsexuelle Chirurgie Wartezeiten von bis zu zwei Jahren eher die Regel als die Ausnahme. In dem Vorgespräch wird der Arzt ausführlich über die Operation aufklären und oft auch eine erste körperliche Untersuchung durchführen. Es ist ratsam, sich Fragen zu notieren, die man dem Arzt stellen möchte, und sie zum Gespräch mitzunehmen. Welche Fragen dies zum Beispiel sein können, sehen Sie in der Checkliste Arztgespräch GAOP.

 

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Checkliste Arztgespräch GAOP
 
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