Wie bei jeder medizinischen Behandlung, können auch bei der Hormonbehandlung von Frau-zu-Mann-Transsexuellen (FzM-TS, Transmännern) Nebenwirkungen auftreten. Hierbei sind Nebenwirkungen, die zu Beginn der Behandlung auftreten und auf die Hormonumstellung zurückzuführen sind, von länger anhaltenden oder bleibenden Folgen zu unterscheiden. Wichtig ist, dass die Medikamente nicht zu hoch dosiert werden, um unerwünschte Wirkungen zu vermeiden. Ein Hormonstatus im normalen (physiologischen) Bereich des Gegengeschlechts ist das Ziel der Behandlung und geht mit den geringsten gesundheitlichen Risiken einher.

Das wichtigste Medikament in der Hormonbehandlung von Frau-zu-Mann-Transsexuellen ist das Testosteron. Wenngleich diesem Sexualhormon immer wieder erhebliche Nebenwirkungen wie ein erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko, extrem gesteigerte Aggressivität und Gewalttätigkeit oder gar eine Verkürzung der Lebenszeit attestiert werden, so sind diese Risiken bei einer ärztlich kontrollierten Hormonbehandlung im physiologischen Bereich derzeit wissenschaftlich nicht belegt. Wird Testosteron hingegen – wie beispielsweise beim illegalen Doping im Sport – in zu hohen Mengen missbräuchlich zugeführt, kann es selbstverständlich zu gesundheitlichen Schäden kommen.

Mögliche Nebenwirkungen, die bei der Hormonbehandlung von Frau-zu-Mann-Transsexuellen durch Testosteron auftreten können – aber nicht zwingend auftreten müssen, sind unter anderem:

  • Hitzewallungen, übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrosis)
  • Akne, fettige Haut
  • Haarausfall, Glatzenbildung
  • Appetitzunahme, Gewichtszunahme
  • Wassereinlagerungen (Ödeme)
  • vermehrter Durst
  • Schlafstörungen, Ruhelosigkeit
  • Reizbarkeit, Aggression
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Husten, Atemprobleme
  • Schnarchen
  • Hautausschläge, Juckreiz
  • Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen
  • Harnwegsstörungen, Probleme beim Wasserlassen
  • Erhöhung der Blutfettwerte (Triglyzeride, Cholesterin)
  • Anstieg der Leberwerte
  • Erhöhung der roten Blutkörperchen (Erythrozytose)
  • Vorübergehende Schmerzen und Hautreaktionen (Juckreiz, Rötung, Bluterguss etc.) an der Injektionsstelle bei Spritzen in den Muskel, selten allergische Reaktionen

In einigen Studien wird berichtet, dass die gegengeschlechtliche Hormonbehandlung Frau-zu-Mann das Risiko, an Brustkrebs oder Gebärmutterkrebs zu erkranken, erhöht. Nach der geschlechtsangleichenden Operation (GAOP Frau-zu-Mann), bei der die Brüste (Mastektomie) und die Gebärmutter (Hysterektomie) entfernt werden, geht dieses Risiko gegen null. Weitere umfangreiche Studien müssen folgen, um die Datenlage hinsichtlich des möglicherweise erhöhten Krebsrisikos zu beurteilen.

 

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