Zur Hormonbehandlung von Mann-zu-Frau-Transsexuellen werden in der Regel Antiandrogene und Östrogene als Medikament gegeben. Sie dürfen nicht zu schnell und zu hoch dosiert werden, um unerwünschte Wirkungen zu vermeiden. So beginnt die Verabreichung von Östrogen relativ vorsichtig, mit etwa 2 mg Östradiol pro Tag und wird dann langsam gesteigert.

Zu den Antiandrogenen, also Arzneimitteln, welche die Wirkung der männlichen Geschlechtshormone (wie Testosteron) hemmen, zählen zum Beispiel die Wirkstoffe:

  • Cyproteron-Acetat (ein Testosteron-Rezeptor-Blocker, z.B. Androcur®, Virilit®)
  • Spironolacton (eigentlich ein Entwässerungsmittel und Blutdrucksenker, mit antiandrogener Wirkung)

Antiandrogene werden eingesetzt, um den körpereigenen Testosteron-Wert zu senken – idealerweise auf Werte, die bei biologischen Frauen vorkommen – und um zu ermöglichen, dass die zusätzliche Behandlung mit Östrogenen ihre bestmögliche Wirkung entfalten kann.

Alternativ zu den Antiandrogenen kommen sogenannte GnRH-Analoga (z.B. Decapeptyl® / Triptorelin oder Trenantone® / Leuprorelin) zur Hormonbehandlung von Mann-zu-Frau-Transsexuellen in Betracht.

Östrogen (auch Östradiol oder Estradiol) ist das wichtigste weibliche Geschlechtshormon. Es kann im Rahmen der gegengeschlechtlichen Hormonbehandlung von Mann-zu-Frau-Transsexuellen in verschiedenen Darreichungsformen verabreicht werden, zum Beispiel als:

  • Östradiol-Tabletten (z.B. Estrifam®, Estradiol Jenapharm®) zum Einnehmen (oral)
  • Östradiol in den Muskel gespritzt (intramuskulär, i.m.)
  • Östrogen-Gel (z.B. Gynokadin®-Gel, Estreva®-Gel) zum Auftragen auf die Haut (topisch)
  • Östrogen-Pflaster (transdermal)

Ethinyl-Östradiol (Ethinyl-Estradiol) ist ein synthetisches Östrogen, welches stark feminisierend wirkt. Es ist in geringer Dosierung in einigen Ovulationshemmern (Anti-Baby-Pillen) enthalten und wird in höherer Dosierung auch zur Hormonbehandlung von Mann-zu-Frau-Transsexuellen angewendet. In hoher Dosierung hat Ethinyl-Östradiol allerdings einige starke Nebenwirkungen (z.B. erhöhtes Thrombose-Risiko, Leberbelastung) und sollte daher nicht zur Langzeitbehandlung eingesetzt werden.

 

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